„Wahrheiten über Ihre IT, die Sie gar nicht hören wollen“. Teil 1: TCO

In einer lockeren Sequenz werden hier Themen erörtert, die nicht das beste Licht auf unsere Branche werfen. Die ganze Serie steht unter dem Motto: Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen (oder realen Firmen) haben sich diese selber zuzuschreiben. Mani Matter

Der Schweizer Liedermacher Mani Matter pflegte diesen Spruch (ohne die Klammer) vor seinem Lied über Politiker zu sagen.

Das Problem

Warum wird wider besseren Wissens so viel qualitativ schlechte Software erstellt? Warum werden so viele Projekte in den Sand gesetzt? Was hält Manager, Projektleiter und Entwickler davon ab ihre Arbeit richtig zu machen? Und, was heisst überhaupt richtig?

Ich bin überzeugt, die Gesamtkosten (Total Cost of Ownership, TCO) sind eines der besten, wenn nicht sogar das einzig zulässige Qualitätskriterium für Software.

Jeder Fehler, jedes Ärgernis, jede Dateninkonsistenz und Projektverzögerung schlägt sich letztendlich direkt oder indirekt in den Gesamtkosten nieder. Sei es in Form von direkter Arbeit, sei es als Rufschädigung oder als hohe Fluktuation von Kunden und Mitarbeitenden. Die jahrzehntelange Erfahrung in der IT hat mich gelehrt dass Software vor allem dann stabil und gut wird, wenn jede Projektaufgabe in jeder Phase richtig und vollständig gelöst wird. Richtig im Sinne von: Alle Massnahmen, die die Qualität verbessern helfen, werden konsequent umgesetzt. Jede Auslassung, jede Schwachstelle, jede Unschönheit im Design, jedes „das können wir dann später noch richtigstellen“ rächt sich früher oder später. Meistens früher.

Zur Ursache

Was hindert uns daran immer die beste Qualität zu liefern? Wird in der Entwicklungsphase die Zeit knapp, so hört man oft Sätze wie:

„Wir wissen schon, dass die Anforderung noch nicht vollständig ist, aber…“

„Eine Datenübernahme wäre ein guter Zeitpunkt um die Datenqualität zu verbessern, aber …“

„Die Dokumentation ist nicht ganz korrekt, aber …“.

Ich bin sicher, Sie finden selber weitere Beispiele aus Ihrem Bereich. Dabei kann der Aber-Nebensatz wahlweise durch „…die Time-to-market“, „…wir müssen endlich vorwärts kommen“, „…100%ige Sicherheit wird man auch so nicht erreichen“, „…wer soll dies bezahlen?“, „…wie kann ich das gegenüber dem Management begründen?“ ergänzt werden.

All diese Ausreden sind Ausdruck von Hilflosigkeit und Überforderung. Sie sind der Versuch, die eigene Unzulänglichkeit und frühere Fehler zu kaschieren.

Es ist absolut verständlich dass niemand gerne zugibt, dass die alte Lösung auf einer falschen Architektur basiert, dass die Qualifikation der Programmierer ungenügend war oder dass man die Benutzer zu wenig einbezogen hatte.

Ebenso nachvollziehbar ist, dass sich niemand gerne vor seine Auftraggeber hinstellt und beichtet, das Problem sei komplexer als angenommen, denn man hätte die Anforderung nicht wirklich verstanden, oder man hätte den Aufwand hoffnungslos unterschätzt.

Bei allem Verständnis für die persönliche Situation der Betroffenen, der Sache, sprich die möglichst kleinen TCO, ist damit nicht geholfen.

Die Lösung: Fokussieren Sie ihre Aufmerksamkeit auf die TCO.

Fragen Sie bei Projektbeginn nach den TCO. Fragen Sie bei jeder Massnahme nach ihrem Einfluss auf die TCO. Lassen Sie sich nicht durch selbst auferlegte und nicht-zwingende Restriktionen davon abbringen, jede Aufgabe richtig zu erledigen.

Der allgemeingültige Spruch „jede Arbeit die es wert ist gemacht zu werden, ist es wert richtig gemacht zu werden“ gilt auch für die Informatik.

Gehen Sie davon aus, dass jede Schwachstelle irgendwann bricht. Faktoren wie Time-to-market, Budgetperioden, Bonussicherung, (firmen-)politische Befindlichkeiten und die Verfügbarkeit von Ressourcen sind Argumente, die in eine Projektbearbeitung einfliessen müssen.

Geben Sie diesen Argumenten die Gewichtung, die Ihnen im Rahmen der TCO zusteht. Es sind Faktoren für die Entscheidungsfindung und die Vorgehensplanung. Es sind aber keine unverrückbaren „Tatsachen“ um Entscheide zu rechtfertigen.

Auch Auftraggeber und Kontrollorgane können und müssen mithelfen die Qualität in allen Phasen zu verbessern. Lassen Sie sich nicht von „technischen“ Begründungen dazu verführen, Probleme auszusitzen. Misstrauen Sie den Standardausreden wie „Wir vertrauten den (externen) Spezialisten.“, „Das Controlling hat versagt.“, „Andere Firmen haben auch diese Lösung gewählt.“ Denken Sie selber mit. Rechnen Sie über den Einführungstermin hinaus. Was kostet mich als Hersteller ein neues Automodell, fertiggestellt pünktlich zum jährlichen Autosalon, wenn ich es nach einem Jahr zurückrufen muss?

Sie wollen qualitativ gute Software?

> Hören Sie auf „Project Management by Budget cut“ zu unterstützen.

> Hören Sie auf „Project Management by Controlling“ zu zelebrieren.

> Lösen Sie jede einzelne Aufgabe richtig, und vollständig.

> Entlarven Sie Ausreden als Ausreden. Und das auf allen Stufen, beginnend bei der eigenen.

Diso kann Sie unterstützen mit:

> Reviews und Bewertung von Lösungen

> Reviews und Bewertung von Konzepten

> Reviews und Bewertung von Zeitschätzungen

> Bewertung von Standardlösungen in Bezug auf die gestellten Anforderungen

> Als Advocatus Diaboli zum Hinterfragen von „zwingenden“ Rahmenbedingungen

Ihre Kontakte:

> Stefan Berner, Autor und Software Experte: sberner@diso.ch

> Daniel Meienberg: dmeienberg@diso.ch

Diso AG – Der Daten- und Cloud-Experte

Die Diso AG ist ein renommierter IT-Dienstleister und langjähriger Oracle-Vertriebspartner in der Schweiz mit Schwerpunkten in den Bereichen Datenbanken und Cloud-Lösungen. Diso bietet ihren Kunden beispielsweise die Oracle Plattform as a Service-Lösung und die dazugehörige Datenmigration an. Kunden profitieren des Weiteren vom Komplettlösungsangebot im Sinne von Planung, Integration, Support inklusive Betrieb und Überwachung von IT-Infrastrukturen und Datenbanksystemen.

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