PostFinance AG beschleunigt Time-to-Market mit DevOps

In einem Gespräch mit Herrn Marius O. Dufaux, Leiter Software Technology & Process in der Informatik der PostFinance AG, gewährt dieser Frau Ursula Moonen (Sales & Marketing, Diso AG) einen Einblick in die Transformation weg von einer releasegetriebenen Entwicklung hin zu einer DevOps-Kultur. Sein Ziel ist, auf „Knopfdruck“ möglichst schnell neue Funktionen mit hoher Qualität zu liefern.

Marius O. Dufaux
Leiter Software Technology & Process, PostFinance AG

 

„Heute wird jährlich jeweils im Frühjahr und im Herbst ein neuer Release gelauncht. Die Software-Entwicklung durchläuft dabei das klassische Wasserfall-Modell von Requirements-Engineering über die Entwicklung zu Test und anschliessend die Auslieferung in den Betrieb. Wir haben uns die Frage gestellt, ob wir diesen Rhythmus auch zukünftig beibehalten möchten“ berichtet Herr Dufaux.
„Die Antwort war nein! Wir entschieden uns für DevOps“ erläutert er. „Den Weg, den wir in der Zukunft beschreiten wollen, soll unsere Time-to-Market unter Berücksichtigung der Stabilität und Qualitätssicherung beschleunigen. Test, Betrieb und Entwicklung sollen gemeinsam die Verantwortung für das Ergebnis übernehmen, unter der Voraussetzung der fortlaufenden Auslieferung (Continuous Delivery)“ ergänzt er.

Jeder, der sich mit der Entwicklung von Software beschäftigt, kennt die vielfältigen Problemstellungen. Beispielsweise kann die Architektur zum Engpass werden oder nicht jede Applikation passt in jede Umgebung. Bei der PostFinance AG ist hervorzuheben, dass momentan die Core Banking Transformation ein enorm grosses Vorhaben ist, das neben den vielfältigen Herausforderungen auch viele Ressourcen bindet.

Für Herrn Dufaux bietet DevOps die Möglichkeit, effizienter zu werden. Für ihn ist die Zusammenarbeit und Interaktion zwischen Menschen aus verschiedensten Teilbereichen die Lösung. Das Zusammenspiel findet zwischen Operations, Test, Entwicklung aber auch anderen IT-Disziplinen wie der Architektur statt. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit bietet in der Konsequenz auch eine Chance für einen Wandel in der Unternehmenskultur.

DevOps-Prozess bei der PostFinance AG

DevOps ist daher auch keine Methode, sondern eher eine Bewegung oder Philosophie mit bestimmten Prinzipien und beruht auf 3 Pfeilern: Menschen (die Organisation), Technologie und Prozesse“ erläutert er.

Unserer Meinung nach benötigen wir für eine erfolgreiche Umsetzung einen hohen Automatisierungsgrad wie z.B. ein hoch automatisiertes und kontinuierliches Testing, damit wir auf Knopfdruck in kürzester Zeit neue Funktionen mit der gewünschten Qualität ausliefern können. Somit beschleunigen wir die Time-to-Market“ sagt Herr Dufaux. „Um sich in der Organisation mit der Thematik vertraut zu machen, wurde anfangs 2016 eine Workshop-Reihe unter dem Titel «Continuous Everything & Everywhere» mit Stakeholdern aus mehreren Abteilungen durchgeführt. Unter anderem wurde mit Hilfe der einfachen und pragmatischen Starfish-Methode „Start, Keep, More, Less, Stop“ der Leitgedanke aufgearbeitet“ erläutert Herr Dufaux. „Im ersten Workshop stellten wir uns folgende Frage: Was ist die Bedeutung von Continuous E* für PF? Im zweiten beantworteten wir die Frage: Womit sollen die Ziele erreicht werden? Im letzten Workshop stellten wir uns der Frage nach der Umsetzung“ ergänzt er.

Grafik der PostFinance AG - Vorgehen Continuous

Zur besseren Veranschaulichung führte Herr Dufaux ein Beispiel aus dem letzten Workshop an. In kleinen Gruppen wurde der technologische Aspekt durchleuchtet. Eine durchgängige Toolchain-Landkarte sollte erstellt werden, um die optimale Automatisierung sowie die Qualitätssicherung zu gewährleisten. Hierzu gehörte unter anderem die Klärung des Nutzen der Tools, deren Auswechselbarkeit, der User-Akzeptanz, der Tests sowie das Festlegen von Standards.

Agile Methoden sind die Basis, um mit DevOps kürzere Release-Zyklen umzusetzen. Beispielsweise wendet man hierbei im Kern Scrum als Vorgehensmodell an. Übergeordnet hat sich die PostFinance AG für das Framework Disciplined Agile 2.0 entschieden.

Eine solche einschneidende Veränderung der Vorgehensweise in der IT bringt auch das Entstehen von neuen Rollen mit sich, beispielsweise die des Chief Product Owners. Da bei der Entwicklung von neuen Produkten oder Applikationen mehrere DevOps-Teams involviert sein können, trägt er die Verantwortung für die korrekte Steuerung. Ebenso wird das Erkennen und managen von Abhängigkeiten wie z.B. fachlicher oder technischer Natur, zukünftig zu einer wichtigen Aufgabe“ erklärt Herr Dufaux. „DevOps befreit den Einzelnen nicht von seiner Eigenverantwortung. Im Gegenteil. Das Management bringt den einzelnen DevOps-Mitgliedern grosses Vertrauen in ihrer eigenen Lösungskompetenz entgegen“ ergänzt er.

 Eine Umstellung auf DevOps geht bei der PostFinance AG mit der Schulung von Mitarbeitenden inklusive der Führungsebenen und Fachbereichen einher. Wenn sie noch nicht in den unterschiedlichen Methoden ausgebildet waren, wurden ihnen unter anderem Ausbildungen zum Scrum-Master oder Product Owner zuteil. Den Mitarbeitenden stehen auch zur Begleitung in Vorhaben Scrum Coaches zu Verfügung.

Ohne die Unterstützung des Managements können solche eingreifenden Veränderungen nicht erfolgreich umgesetzt werden. Der Wunsch, den Kunden noch besser betreuen zu können sowie der Marktdruck führte automatisch dazu, dass sich das Management mit neuen Möglichkeiten intensiv auseinandersetzte“ berichtet Herr Dufaux. „Inzwischen kennt und unterstützt das Management die agilen Methoden und das Thema DevOps sehr gut“ ergänzt er.

Nach dem wir die notwendigen Entscheidung getroffen und die einzelnen Schritte im Entstehungsprozess durchlaufen haben, sind wir heute mit dem Thema DevOps gut vertraut. Sicherlich wird es noch das ein oder andere Finetuning geben und die Erfahrungen während den kommenden weiteren Umsetzungsschritten ebenso viel Wissenswertes bringen. Schlussendlich werden unsere Kunden am Ende am meisten davon profitieren“ resümiert er.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Herrn Dufaux für das aufschlussreiche und interessante Gespräch.

Die PostFinance ist Hoster des „Agile Breakfast“ von SwissICT in Bern (http://www.swissict.ch/expertenwissen/fachanlaesse/).

Das Interview mit Herrn Dufaux führte Frau Ursula Moonen, Marketing & Sales, Diso AG. Die Bildrechte am Titelbild liegen bei Frau Ursula Moonen.

Diso AG – Der Daten- und Cloud-Experte

Die Diso AG ist ein renommierter IT-Dienstleister und langjähriger Oracle-Vertriebspartner in der Schweiz mit Schwerpunkten in den Bereichen Datenbanken und Cloud-Lösungen. Diso bietet ihren Kunden beispielsweise die Oracle Plattform as a Service-Lösung und die dazugehörige Datenmigration an. Kunden profitieren des Weiteren vom Komplettlösungsangebot im Sinne von Planung, Integration, Support inklusive Betrieb und Überwachung von IT-Infrastrukturen und Datenbanksystemen.
Im Bereich Software-Engineering entwickelt Diso massgeschneiderte IT und Software-Lösungen für unternehmensspezifische Anwendungen, wann immer sinnvoll mit einem mobile-first Ansatz. Zudem ist Diso Spezialist wenn es um die Software-basierte Optimierung von Performance geht. Auf die Kompetenz des traditionsreichen IT-Dienstleisters und Mittelständlers vertrauen bereits namhafte Kunden aus den Schwerpunktbranchen Banken, Versicherungen Detailhandel und öffentliche Verwaltung.
Die Diso designt wandlungsfähige IT-Systeme, entwickelt massgeschneiderte Software und ermöglicht die performante Verwendung und Auswertung von Informationen.