5 Schritte zum erfolgreichen Einsatz der Beacon-Technologie

Ein Artikel von Lutz Bliska, Professional Consultant, Diso AG

Einleitung

Das Thema Beacon ist weiterhin stark präsent und erfreut sich eines stetig wachsenden branchenübergreifenden Interesses. Das liegt zum einen an der enormen Vielseitigkeit der Einsatzmöglichkeiten und zum anderen am kontinuierlichen Voranschreiten der technischen Entwicklungen.

So hat zum Beispiel neben Apple auch Google dieses Jahr sein eigenes Beacon-Projekt namens Eddystone auf den Markt gebracht. Damit setzen mit iBeacon sowie Eddystone die beiden einflussreichsten IT-Unternehmen auf den Ausbau und die Verbreitung von Proximity- und Location Based Services.

Location Based Services (LBS), standortbezogene mobile Dienste, stellen dem Endbenutzer selektive Informationen zu Verfügung, meistens mit Hilfe von GPS. Proximity Based Services: Eine Teilmenge von LBS, die zusätzliche Geräte (Beacons) benötigt, um die eigene Position beziehungsweise Nähe bestimmen zu können.

Die grosse Resonanz auf unseren Fachartikel iBeacon – Technik, Herkunft und Zukunft, der in erster Linie den technischen Hintergrund und die allgemeinen Funktionsweisen von Beacons beschreibt, bekräftigt uns darin weitere Kompetenzen in diesem Gebiet aufzubauen und diese für sowohl Beratung als auch für Dienstleistungen anzubieten.

Wir zeigen auf, wie Sie in 5 Schritten die Beacon-Technologie erfolgreich aufbauen. Ein mögliches Einsatzgebiet erläutert detailliert die Vorgehensweise von Proximity- und Location Based Services.

5 Schritte

Abb. 1: 5 Schritte zum erfolgreichen Einsatz der Bacon-Technologie

Schritt 1: Use Case

Ein geeigneter Anwendungsfall ist die Grundlage für ein erfolgreiches Produkt.

Die Beacon-Technologie setzt eine hohe Anwender-akzeptanz voraus. Beim Einsatz, beispielsweise im Handel, muss ein attraktives Kundenerlebnis geschaffen werden.

Konkret bedeutet das, dass Anwendungsfälle, die auf einer Beacon-Technologie basierende Proximity- und Location Based Services anbieten, so konzipiert werden müssen, dass der Anwender bereit ist Bluetooth, das mobile Internet / WLAN und gegebenenfalls die Ortungsdienste an seinem mobilen Gerät einzuschalten.

Damit das volle Potential von Beacons ausgeschöpft werden kann, sollten kontext- und ortsbezogene Informationen im Idealfall in einem Content-Management System (CMS) zugeordnet und verwaltet werden.

Durch die Auslagerung der Funktionen für die Kommunikation mit den Beacons und dem CMS in ein Software-Development Kit, können Apps schnell an einen Proximity- und Location Based Service angebunden werden.

Schritt 2: Voraussetzungen

In diesem Schritt werden die Voraussetzungen bestimmt, die für den Einsatz von Proximity- und Location Based Services auf der Grundlage einer Beacon-Technologie relevant sind.

Dabei liegt der Focus unter anderem auf der Einbindung von existierenden Systemen, die beim Aufbau oder der Integration von Proximity- sowie Location Based Services eine Rolle spielen sollen.

Für die Bestimmung der Gegebenheiten müssen folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Infrastrukturen

    • Desktop / Server

    • Mobile Geräte

    • App Installationen

  • Datenanbindungen / Schnittstellen

    • Kundendaten

    • Standortdaten des Unternehmens und der Filialen

    • Personaldaten

    • Statistikdaten

  • Einsatzgebiete

    • Umfeld

    • Räume

Anhand der bestimmten Voraussetzungen können im nächsten Schritt die Anforderungen definiert werden.

Schritt 3: Anforderungen

Die Festlegung der Anforderungen ist ein wichtiger Schritt für den erfolgreichen Aufbau von Proximity- und Location Based Services, auf der Grundlage einer Beacon-Technologie.

Sie dienen zum einen zur Strukturierung, zum anderen zur Visualisierung des Projektumfanges. Hierdurch wird die Basis für die Kontrolle und die Realisierung des Projektes geschaffen.

Um den Projektumfang zu ermitteln, müssen folgende Anforderungskriterien abgeklärt werden:

Tab. 1 Anforderungskriterien zur Bestimmung des Projektumfangs

Schritt 4: Umsetzung und Inbetriebnahme

Für den Aufbau und die Umsetzung von Proximity- und Location Based Services werden die Bereiche Hardware und Software in folgende Umsetzungs-schritte gegliedert [Tab. 2].

Tab. 2.: Übersicht der Umsetzungsschritte

Schritt 5: Tests

Diverse Hard- und Software-Tests sind unerlässlich, damit die Beacon-Technologie, basierend auf Proximity- und Location Based Services, erfolgreich eingesetzt werden kann. Die folgende Tabelle 3 stellt diese dar.

Tab. 3: Übersicht der Hard- und Softwaretests

Einsatzgebiete

Tab. 4: Übersicht der Einsatzgebiete

Anwendungsfall Detailhandelsunternehmen

Im Folgenden werden die zuvor formulierten Schritte anhand eines möglichen Anwendungsfalles in einem Detailhandelsunternehmen angewandt.

Abb.2: 5 Schritte zur erfolgreichen Einsatz er Bacon-Technologie

Schritt 1: Use Case

Zur Optimierung des Kundenkontaktes und des Konsumverhaltens soll eine bestehende mobile Applikation mit integriertem mobilem Payment und Bonuspunkteprogramm erweitert werden.

Die Kunden-App soll mit Beacon-Geräten kommunizieren und orts- und zeitabhängig Inhalte darstellen. Sobald die Kunden-App einen Beacon erkennt, zeigt das Kundengerät zum Beispiel eine Push-Nachricht an.

Die bisherigen Funktionen der Kunden-App ( Mobile-Payment, Bonusprogramm) und die neuen App-Erweiterungen müssen für die Betriebssysteme iOS und Android gewährleistet sein.

Die Proximity Based Services sollen folgendes Verhalten abbilden:

 

Tab. 5: Verhalten im Eingangsbereich

 

Tab. 6: Verhalten im Geschäft

Tab. 7: Verhalten an der Kasse

Tab. 8: Verhalten im Ausgangsbereich

Schritt 2: Voraussetzungen

Da es sich um eine bereits existierende Kunden-App mit diversen Funktionalitäten, z.B. Mobile-Payment, Bonuspunkteprogramm, handelt, müssen bestehende Infrastrukturen, Datenanbindungen und -Schnittellen berücksichtigt werden.

  • Infrastruktur:

    • Kunden-App-Installation auf Apple iOS und Google Android Geräten

  • Datenanbindungen und -Schnittellen:

    • Payment-System

    • Kundendaten

    • Standortdaten des Unternehmens und der Filialen

    • Statistik-Schnittstelle

  • Einsatzgebiete:

    • Filialen mit räumlich unterteilten Abteilungen und Untergeschossen, wo mit Einschränkungen beim mobilen Internet gerechnet werden muss

 Schritt 3: Anforderungen

Auf der Basis des Use Case und der gegebenen Voraussetzung werden die Hard- und Software-Anforderungen erstellt.

Der Aufbau des Proximity- und Location Based Services auf der Grundlage einer Beacon-Technologie muss folgender Struktur, wie unten abgebildet, entsprechen [Abb. 2].

Abb. 2: Aufbau des Proximity- und Location Based Servers auf der Grundlage einer Bacon-Technologie

Die in Tabelle 9 aufgelisteten Spezifikationen beschreiben die Mindestanforderungen an die Hardware für den Einsatz der Beacon-Technologie.

Tab. 9: Übersicht der Hardware-Spezifikation

Des Weiteren sind in Tabelle 10 die Anforderungen an die Software-Komponenten beschrieben, die für die Erweiterung der Kunden-App mit der Beacon-Technologie notwendig sind.

Tab. 10: Übersicht der Software-Spezifikationen

Schritt 4: Umsetzung und Inbetriebnahme

Nachdem die Anforderungen formuliert sind, kann mit der Umsetzung und der anschliessenden Inbetriebnahme begonnen werden.

In Tabelle 11 werden die benötigten Hardware-Komponenten aufgeführt.

Tab. 11: Umsetzung der Hardware-Komponenten

Aufbau und Installation der produktiven Beacons im Ladengeschäft [Abb. 3].

Abb. 3: Aufbau und Installation der produktiven Beacons im Ladengeschäft

In der ersten Entwicklungsphase beginnt die Realisierung des SDK’s. Anschliessend erfolgt die Integration des SDK’s in die bestehende App [Abb. 4].

In der zweiten Entwicklungsphase wird das CMS gemäss den Anforderungen realisiert. Abschliessend erfolgt die Anbindung des SDK an das CMS [Abb. 4].

Abb. 4:  Übersicht der Entwicklungsphasen

Eine detaillierte Vorgehensweise für die Umsetzung der Software-Komponenten sieht folgendermassen aus [Tab. 12]:

Tab. 12: Umsetzung der Software-Komponenten

Schritt 5: Tests

Nach der Realisierungsphase des Proximity- und Location Based Services bedarf es unterschiedlicher Testfälle, die für den entsprechenden Use Case definiert wurden.

Tab. 13. Testfälle Hardware-Komponenten

Tab. 14: Testfälle Software-Komponenten

Fragen zur Beacon Technologie bitte an Lutz Bliska, Fachexperte (lbliska@diso.ch)

Fragen zu Beacon Dienstleistungen bitte an Daniel Senften (dsenften@diso.ch)

Diso AG – Der Daten- und Cloud-Experte

Die Diso AG ist ein renommierter IT-Dienstleister und langjähriger Oracle-Vertriebspartner in der Schweiz mit Schwerpunkten in den Bereichen Datenbanken und Cloud-Lösungen. Diso bietet ihren Kunden beispielsweise die Oracle Plattform as a Service-Lösung und die dazugehörige Datenmigration an. Kunden profitieren des Weiteren vom Komplettlösungsangebot im Sinne von Planung, Integration, Support inklusive Betrieb und Überwachung von IT-Infrastrukturen und Datenbanksystemen.

Im Bereich Software-Engineering entwickelt Diso massgeschneiderte IT und Software-Lösungen für unternehmensspezifische Anwendungen, wann immer sinnvoll mit einem mobile-first Ansatz. Zudem ist Diso Spezialist wenn es um die Software-basierte Optimierung von Performance geht. Auf die Kompetenz des traditionsreichen IT-Dienstleisters und Mittelständlers vertrauen bereits namhafte Kunden aus den Schwerpunktbranchen Banken, Versicherungen Detailhandel und öffentliche Verwaltung.

Die Diso designt wandlungsfähige IT-Systeme, entwickelt massgeschneiderte Software und ermöglicht die performante Verwendung und Auswertung von Informationen.